1. Frau Prof. Dr. Wanka, Sie sind erst relativ kurze Zeit Ministerin in Niedersachsen. Wie sind Sie in Niedersachsen aufgenommen worden und haben Sie sich schon einen Überblick verschaffen können?

Wanka: Ich habe mich sehr über die offene und freundliche Art, mit der ich in Niedersachsen empfangen wurde, gefreut. Wichtig war mir, von Anfang an schnell in den Themen zu sein. Gerade bei den entscheidenden Verhandlungen zum Haushalt oder auch beim Zukunftsvertrag II galt es, langfristige Weichen zu stellen. Einen Einblick musste ich mir also sehr schnell verschaffen.

2. Unser neuer Ministerpräsident David McAllister hat gerade eine große Sparrunde verordnet. Wo muss Ihr Ministerium konkret sparen?

Wanka: Die Haushaltsklausur hilft, einen langfristig soliden Haushalt aufzustellen. Für den Wissenschaftsbereich konnten über den Zukunftsvertrag II bereits große Summen bis 2015 gesichert werden. Die 15 Millionen Euro, die von meinem Ministerium einzusparen sind, summieren sich aus verschiedenen Bereichen auf. Als Beispiel kann der Erweiterungsbau des Sprengel-Museums in Hannover genannt werden. Hier werden im nächsten Jahr noch nicht die vorgesehenen Mittel benötigt. So können 2 Millionen Euro für 2011 eingespart werden, ohne aber an der Gesamtfinanzierung Abstriche zu machen.

Froh bin ich, dass es der Landesregierung gelungen ist, den Kulturhaushalt auf gleichbleibendem Niveau zu sichern. Gerade mit Blick auf andere Bundesländer ist das keine Selbstverständlichkeit und von enormer Bedeutung für unser Kulturland Niedersachsen.

3. Die Medizinische Hochschule Hannover erhält für rund 54 Mio. Euro das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik/ Implantatforschung und die Leibnitz Universität – ebenfalls Hannover – wird für rund 20 Mio. Euro das Zentrum für Biomolekulare Wirkstoffe bauen.

Was bleibt für Braunschweig?

Wanka: Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel erhält am Standort Salzgitter ein neues Hörsaal- und Seminargebäudes für 16,8 Millionen Euro. Der Neubau wird den Fachbereich Medien-, Sport- und Tourismusmanagement beheimaten. Zudem entsteht der Forschungsflughafen bei der TU Braunschweig mit einer Investitionssumme von 22,7 Millionen Euro. Allein diese Summen unterstreichen den Stellenwert von Wissenschaft und Bildung in der Landesregierung.

4. Frau Wanka, wie schätzen sie die Bedeutung von Braunschweig als Wissenschaftsstandort ein?

Wanka: Braunschweig besitzt bereits jetzt eine hervorragende Wissenschaftslandschaft. Die enge Kooperation und der Austausch mit der Wirtschaft sind beispielgebend. Gerade dieses Zusammenspiel ist Voraussetzung für eine innovative und starke Wissenschaftsregion. Braunschweig wird so seine Position als Markenzeichen exzellenter Forschung weiter ausbauen können, auch außerhalb von Niedersachsen.

5. Warum sind Sie persönlich ausgerechnet nach Braunschweig gezogen und nicht nach Hannover?

Wanka: Für eine Wissenschafts- und Kulturministerin ist Braunschweig eine attraktive Stadt mit tollen Möglichkeiten. Ich erwähnte ja bereits die ausgeprägte Hochschullandschaft. Braunschweig hat zudem eine sehr einladenende Kulturszene, die ich noch näher kennenlernen möchte. Auch von dem Umland meiner neuen Heimatstadt bin ich angetan. Ich fühle mich sehr wohl hier.

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen!

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