Im neusten Fahrradklima-Test des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) belegt Braunschweig einen der Top-Plätze (4 von 25) vergleichbarer Städte bundesweit. Besonders gut schnitten die Themen:

  • geöffnete Einbahnstraße in Gegenrichtung
  • Erreichbarkeit des Stadtzentrums
  • zügiges Radfahren

weniger gut waren:

  • Falschparkerkontrolle auf Radwegen
  • Breite der Radwege
  • Fahrradmitnahme im ÖPNV

bewertet worden.

Braunschweig gut im Rennen

In der Einzelbewertung der gestellten Fragen (vgl. nebenstehende Grafik), sieht es in Braunschweig ganz erfreulich aus. Die Attraktivität der Radverkehrsinfrastruktur ist positiv bewertet worden. Hier hat Braunschweig in den letzten Jahren das Ringgleisnetz weiter ausgebaut, was sicherlich zur guten Bewertung beigetragen hat.

Die weniger positiven Themen, sind aus kommunalpolitischer Sicht durchaus regelbar. Das Thema „Fahrradmitnahme im ÖPNV“ ist über die Verkehrs-GmbH optimierbar. Auch die Kontrolle von Falschparkern auf Rad- und Gehwegen kann verschärft werden. Einzig die Breite von Radwegen ist etwas komplizierter lösbar. In der Planung von neuen Radwegen sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden.

Das Thema „Öffentliche Fahrräder“, das in der Umfragen mit der Schulnote 4,4 bewertet wurde, ist m.E. eine überholte Forderung, denn es gibt zahlreiche private Unternehmen, die Fahrräder zum Mieten oder Leasen anbieten. Da muss eine Kommune nicht auch noch Konkurrenzangebote machen.

Fahrradverkehr muss weiter gestärkt werden

Trotz der unzureichenden Relevanz des Fahrradklima-Tests (vgl. weiter unten) und einiger bedenklicher Fragen, gibt er doch viele gute Hinweise auf Optimierungspotentiale und kann helfen, kommunalpolitische Entscheidungen zum Vorteil aller Fahrradfahrer auf den Weg zu bringen. Denn eins ist klar: wenn die Klimaziele erreicht und die Feinstaubbelastung sinken soll, dann ist das Fahrrad für Großstädte ein extrem wichtiges Verkehrsmittel, dessen Nutzung weiter gefördert werden muss. Nur so werden sich mehr Menschen per Fahrrad auf den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen machen. Es muss bequem, schnell und sicher sein.

Quellen:


Anmerkungen zur Relevanz der Umfrage

Insgesamt haben in Braunschweig 1.556 Menschen an der Umfrage teilgenommen. Das entspricht ca. 0,62% der Einwohner Braunschweig´s. In Hannover haben nur 1.184 Menschen teilgenommen, das sind ca. 0,22% der Einwohner. Allein daran kann man erkennen, dass eine allgemeine Aussagekraft der Umfrage stark bezweifelt werden darf. Es sind einfach zu wenige Teilnehmer. Schaut man sich die statistischen Zahlen des Radverkehrs in Deutschland an, haben rund 80% der Haushalte ein Fahrrad. In Braunschweig gibt es rund 147.000 Haushalte und somit ca. 117.000 Fahrradfahrer. Bezogen auf diese Kenngröße haben 1,33% der Fahrradfahrer an der Umfrage in Braunschweig teilgenommen.

 

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