Einzelhandelslagen in der Braunschweiger Innenstadt

Zum Thema Burggasse hat die Braunschweig Zukunft GmbH ein Handelsgutachten erstellen lassen, dass deutlich die Handlungserfordernisse für unsere Innenstadt an dieser Stelle aufzeigt. Demnach kommt es unter anderem darauf an, wie ich auch schon in meinem letzten Beitrag geschrieben hatte, das die Eingangsbereiche entscheidenden Einfluss auf die Besucherfrequenzen haben.

Das Gutachten kann hier heruntergeladen werden.


Pressemitteilung der Braunschweig Zukunft GmbH:

Burggasse: Handelsexperten sehen großzügige Eingangsbereiche als Bedingung
Schlüsselinvestition für die Innenstadt

Im Zuge der Diskussion über den Umbau der Burgpassage zur Burggasse spricht sich die Handelsberatung BBE aus Hamburg klar für eine großzügige Öffnung der Eingänge Schuhstraße und Hutfiltern aus. Andernfalls könne das gesamte Projekt scheitern, da „Ansprüche der potenziellen Mieter kaum erfüllt werden könnten“, so die Handelsexperten.

Der Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. (AAI) und die Braunschweig Zukunft GmbH hatten die Hamburger Gutachter beauftragt, eine Einschätzung zu Rahmenbedingungen für die künftige Innenstadtentwicklung und aktuellen Anforderungen des Einzelhandels abzugeben, mit besonderem Blick auf die Planungen zur Burggasse. Demnach sei der Wettbewerbsdruck auf die Innenstädte durch das Wachstum des Online-Handels in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Großstädte wie Braunschweig hätten dabei im Vergleich zu Klein- und Mittelstädten noch die besten Chancen, bedeutende Einzelhandelsstandorte zu bleiben. Voraussetzung dafür sei das Angebot zeitgemäßer Ladenkonzepte und funktionierender Wegebeziehungen innerhalb der Innenstadt. Führende Einzelhändler setzten auf neue Shop-Formate, die das Einkaufserlebnis in den Vordergrund stellen – und damit besondere Anforderungen an den Standort und die Gebäudestruktur haben.

Den Gutachtern zufolge ist die Sichtachse von den beiden Eingängen in die Burggasse hinein essenziell, um die Kundenströme entsprechend in die neue Einkaufsstraße hinein zu lenken. „Nur, wenn der Innenstadtbesucher sofort erkennt, dass es sich um eine entsprechende Einkaufslage handelt, wird er diese auch aufsuchen“, heißt es in dem Gutachten. Eine gute Einsehbarkeit sei heute auch eine zentrale Anforderung seitens des Einzelhandels. Mit beengten Ein- und Ausgangsbereichen könnten potenzielle Mieter und „attraktive Konzepte, die an diese prominente Stelle der Innenstadt gehören, kaum gewonnen werden“, schreibt die Handelsberatung.

Insofern sei der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs, der anstelle eines kompletten Abrisses des Gebäudes Hutfiltern 8 eine nur noch zweigeschossige Öffnung des Eingangs vorsieht, bereits der maximal vertretbare Kompromiss. Die geplante Gestaltung füge sich zudem in ihrer „Größendimensionierung sowie baulichen Ausrichtung gut in die umgebenden Gebäudeensembles ein“, so die BBE.

„Das Projekt Burggasse ist für die Innenstadtkaufleute von enormer Bedeutung. Es handelt sich hier um eine Investition in die Zukunftsfähigkeit eines wesentlichen Teils unserer Innenstadt“, so Olaf Jaeschke, Vorstandsvorsitzender des AAI. „Die Stellungnahme der Handels-Experten bestätigt, dass der Investor auf dem richtigen Weg ist.“ Die Neue Burggasse bilde ohne Überdachung und mit der vorgesehenen Fassadengliederung eine authentische Kulisse mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Development Partner GmbH will rund 90 Millionen Euro in Braunschweig investieren.

„Wir haben in der Vergangenheit häufig strukturell bedingte Leerstände erlebt. Der Einzelhandel muss sich mit innovativen Ladenkonzepten gegen das Online-Geschäft behaupten und stellt daher hohe Anforderungen an die Gebäudestruktur und das Gesamtbild einer Einkaufslage“, so Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa.

„Wir alle wollen eine erlebenswerte Innenstadt. Dazu gehören in Braunschweig zweifelsohne insbesondere viele historisch wertvolle Gebäude. Aber ohne starken Einzelhandel, attraktive Gastronomie und weitere frequenzbringende Dienstleistungen wird die Innenstadt auf lange Sicht an Anziehungskraft verlieren“, so Leppa. Deshalb müssten diesen Betrieben bestmögliche Rahmenbedingungen geboten werden. Insgesamt seien diese Belange mit dem Denkmalschutz abzuwägen. „Das Projekt muss für Besucher, Mieter und Investor auch so attraktiv sein, dass sich diese Schlüsselinvestition für die westliche Innenstadt lohnt. Ist das nicht der Fall, dann droht Leerstand, über die Dauer will ich noch gar nicht spekulieren.“

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Herr Hinrichs. Bei allem Verständnis für Ihr Bemühen um eine Profilierung als planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion mit tagesaktuellen Meldungen, erwarte ich von einem Politiker aber etwas mehr kritische Abwägung anstelle der reinen Wiedergabe eines bestellten Gutachtens, das ganz plötzlich vorgelegt wurde, nachdem sich eine Initiative für einen sorgsamen Umgang mit denkmalgeschützer Bausubstanz an der Burgpassage gebildet hat. Leider haben sie die Dokumente, die Sie zum Download anbieten, auch nicht vollständig gelesen, sonst wäre Ihnen aufgefallen, dass die Wortmeldung von Herrn Leppa ein wortwörtliches Zitat aus dem „Gutachten“ ist. Nach wie vor haben die sog. „Investoren“ keinerlei Beweis erbracht, dass ihr Konzept auch trägt und den erneuten Eingriff in die Substanz rechtfertigt. Der einzige „Magnetmieter“ für die für geschäftliche Nutzung geplanten 7.500 qm ist P&C, und die sind schon da, verlängern also nur ihren bestehenden Mietvertrag. Und in dieser wohl kritischen Situation, in der der „Investor“ durch rüden Umgang mit Altmietern und Drohungen gegen die für den Denkmalschutz Verantwortlichen auffällt, löst eine kleine Initative, die bei den Braunschweiger Bürgerinnen und Bürgern auf überraschendes Interesse stößt, eine hektische Welle von Aktivitäten bis hin zu fragwürdigen „Gutachten“ aus, in der immer nur eine in den Raum geworfene Zahl und gehypte, aber nicht fundierte Heilsbotschaften für den Einzelhandel, die Gastronomie, die Entwicklung der Innenstadt gebetsmühlenartig wiederholt werden. Und was machen Sie? Prüfen, hinterfragen, abwägen, argumentieren? Nichts davon. Und Ihre Partei wundert sich über die Entfremdung zwischen Bürger und Politik?

    • Hallo Herr Meyer, vielen Dank für Ihren Kommentar. Da haben Sie ja Glück gehabt, ich will mich nämlich überhaupt nicht mehr profilieren. Aus dem Alter bin ich raus. Wie Sie sicherlich gesehen haben, habe ich auch schon vor dem Gutachten über das Thema geschrieben. Das ist also absolut nicht neu. Ich kann auch nicht alles in meinen Artikeln verarbeiten. In dem Gewinnerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs sind bereits die betroffenen Gebäudeansichten verändert dargestellt. Ich halte den Entwurf für sehr gelungen und auch vertretbar, genau das habe ich auch in meinem Beitrag geschrieben.

      Ihr Beitrag ist durchtränkt von offensichtlichem Ärger mit dem Vorhaben, das kenne ich schon von anderen Vorhaben. Da passt einem sowieso nie etwas und man läßt kein gutes Haar an Gutachten oder Gegenargumenten. Die sind dann immer „fraglich“, „tendenziell“ oder vom falschen Gutachter erstellt. Schreiben Sie doch mal was konkret am Gutachten nicht stimmen soll? Welcher Fakt ist falsch? Ich habe nichts gefunden. Und was meinen Sie mit „rüdem Umgang mit Altmietern“ und was soll „Diffamierungsversuche und Drohungen gegen den Denkmalschutz Verantwortlichen“ heißen? Sind Sie in Gespräche eingeweiht, die wir anderen nicht kennen? Ich kenne das alles nicht.

      Sie möchten wissen, was ich so mache? Kann ich Ihnen sagen: ich höre genau zu, lese viel, wiege Argumente Pro/Contra ab und bilde mir dann meine Meinung. Und genau deshalb setze ich mich dafür ein, dass unsere Einkaufsstadt weiterhin attraktiv bleibt. Darüber hinaus setze ich mich sehr gerne für die Sicherung von Arbeitsplätzen ein, auch im Einzelhandel. Wenn Sie das nicht interessiert, dann kann ich Ihnen nicht helfen. Was soll denn an dem Standort Ihrer Meinung nach passieren? Soll alles bleiben wie es ist?

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