Wie heute in der Braunschweiger Zeitung (29.12.216 S.20) zu lesen war, wird es neue interessante Wohnungen im Östlichen Ringgebiet geben. Das ehemalige Seniorenheim des DRK in der Korfesstraße, welches rund 8 Jahre leer stand, ist seit einiger Zeit eingerüstet.

Der Verwalter, die Westfalia Immobilienverwaltung GmbH teilte der BZ mit, dass 63 barrierearme Wohnungen im 1. bis 3. Obergeschoss entstehen. Die Wohnflächen bewegen sich zwischen 47 und 112 qm. Ab Ende 2017 sollen die Wohnungen zur Vermietung angeboten werden. Aufgrund der sehr guten Lage der Wohnanlage, dürfte das nicht weiter schwierig werden. Fahrstühle sind im Gebäude vorhanden und die Wegeverbindungen sind optimal: 2 Minuten bis zur Einkaufsstraße Kastanienallee und 5 Minuten bis zum Prinzenpark.

Der großzügige Parkplatz am Gebäude soll auch weiterhin genutzt werden. Es sind 5 Parkplätze für Carsharing vorgesehen.

8 KOMMENTARE

  1. Leider wird weder hier noch in dem oben genannten Zeitungsartikel erwähnt, dass trotz des vorhandenen „großzügigen Parkplatzes am Gebäude“ ein weiterer großer Parkplatz ein Stück abseits des Gebäudes entsteht, für den eine zur benachbarten Seniorenwohnanlage gehörende Grünfläche ((unterhalb des von der Luftaufnahme erfassten Bereiches) geopfert wird.
    Diese befindet – besser: befand – sich an der Südseite der Wohnanlage, zwischen Hartger- und Korfesstraße, und war mit zahlreichen Bäumen und Sträuchern bestanden, in denen sich Vögel und Eichhörnchen tummelten. Bewohner hatten hier Blumen gepflanzt und es gab Nischen für Sitzplätze (die allerdings schon länger vernachlässigt wurden).
    Seit gestern, 8:00h früh, findet dort nun eine radikale Kahlschlagaktion statt: Bis auf 3 große Bäume (2 Kastanien und eine Platane) wird in atemberaubendem Tempo alles, was dort wächst, gefällt, gerodet, zersägt und zerhäckselt (darunter etliche Birken, eine Fichte, ein großer Weißdorn und sämtliche Sträucher), um Raum für Parkplätze zu schaffen. Wer hier wegen des schönen Blickes ins Grüne hergezogen war, wird nun in Zukunft auf Autodächer blicken. Vor allem die Parterre-Mieter haben die Autos dann direkt vor ihren Fenstern und Balkonen.
    Das Perfide ist, dass diese Parkplätze zu einem ganz anderen Gebäude gehören, das zwar demselben Vermieter gehört, aber gar nicht an diese ehemalige Grünfläche grenzt und auch nicht direkt mit der Seniorenwohnanlage verbunden ist.
    Wie ich hörte, war diese ganze Maßnahme auch keine Idee des Vermieters, sondern wurde ihm von der Stadt auferlegt als Vorbedingung für die Schaffung der neuen Wohnungen.
    Wir Mieter der Seniorenwohnanlage wurden über diesen drastischen Eingriff in unsere Wohnqualität in keiner Weise vorinformiert. Einzelne wussten zwar schon seit längerem dies und das, und es kursierte auch ein Plan, aber alles inoffiziell, gerüchteweise und ungewiss. Offenbar wollte man für etwaige Proteste gar nicht erst die zeitliche Gelegenheit geben.

    Gerade ist die letzte Birke gefallen, und ich finde es einfach nur zum Heulen!

    Aber hinter solchen Entscheidungen steht eben auch die Einstellung weiter Teile der Bevölkerung: Trotz allen Geschwafels über Klima- und Umweltschutz und permanenter Klagen über verstopfte Straßen und mangelnde Parkplätze ist das eigene Auto doch immer noch am wichtigsten, und kaum jemand ist bereit, darauf zu verzichten. Die Lösung wird immer nur in noch mehr Straßen und noch mehr Parkplätzen gesehen. Alles muss in erster Linie „autogerecht“ sein.
    Ich frage mich, wann diese Entwicklung endlich mal an ihre Grenzen stößt!

    • Sie sprechen da eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung zur Individualisierung an. Das schlägt sich seit vielen Jahren in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen nieder. Das kann man bedauern, aber augenscheinlich nicht aufhalten. Insofern muss man an Lösungen arbeiten, die allen Bedürfnisses gerecht werden.
      Was die Entwicklung der Innenstädte angeht, wird es unweigerlich zu einer Verdichtung des Wohnraums kommen. Unter ökologischen Gesichtspunkten halte ich das für vertretbar, da die Alternative eine enorme Flächenversiegelung in den Vororten wäre. Wohnen müssen Menschen ja nun mal.

  2. Ich finde es nicht vertretbar, dass die kleinen grünen Oasen der Stadt vernichtet werden. Gerade diese Flächen schätze ich so sehr an Braunschweig . Ich wohne bereits seit 1988 in der Korfesstr. und habe einige Veränderungen miterlebt. Gute und weniger Gute. Als ich heute nach Hause kam und gesehen habe was da vorsich geht war ich in erster Linie entsetzt, wütend und dann sehr traurig. Es kann nicht sein, dass bei Straßensnierungen im östlichen Gebiet jedesmal Parkplätze reduziert werden und hier die Stadt auflagen macht, Parkplätze zu schaffen.
    Natürlich muss man an Lösungen arbeiten, die allen Bedürfnissen gerecht werden. Die Frage ist nur wann will die Politik damit anfangen ? Erst dann wenn keine Bäume mehr in der Stadt sind und Braunshweig eine Steinwüste ist ? !

    • Hallo, danke für den Beitrag. Von einer Steinwüste ist das Östliche Ringgebiet und die Braunschweiger Innenstadt meilenweit entfernt. Braunschweig ist eine der grünsten Großstädte überhaupt. Das fällt einem erst auf, wenn man Braunschweig überfliegt. Allerdings bedingt die Verdichtung der Innenstädte neue Formen des Stadtgrüns. Kennen Sie das Projekt „Urban Gardening“? Dächer auf denen man Gemüse anbaut und Robotersysteme die die automatische Pflege übernehmen. Naja, ist ein Pilotprojekt. Aber die Zukunft der Innenstädte muss nicht in einer Betonwüste enden. Kreative Ideen sind gefragt. Beide Ziele „Stadtgrün“ und „Wohn- und Parkflächen“ müssen in Einklang gebracht werden. Was die Straßensanierungen im Östlichen angeht habe ich eher den Eindruck, dass Parkflächen, die dringend benötigt werden, zu Gunsten von Bäumen und Grünanlagen reduziert werden. Was wieder zu Wildparkerei und zum Parkplatzsuchverkehren führt, was ökologisch nicht sinnvoll ist.

  3. Was mich besonders ärgert:
    Der Parkplatz wird in erster Linie für die neu entstehenden Wohnungen im Gebäude des ehemaligen DRK-Altenheims geschaffen, hinter dem sich bereits ein großer Parkplatz befindet. Die zerstörte Grünfläche (eigentlich ein richtiger kleiner Park oder Garten) gehörte jedoch zur SENIORENWOHNANLAGE, von deren Bewohnern nur die allerwenigsten noch ein eigenes Auto besitzen.
    Das heißt: Die Menschen, denen man den Parkplatz nun direkt vor die Nase setzt, sind i. d. R. gar nicht dessen Nutzer. Trotzdem sind sie es, die die Konsequenzen tragen müssen und nun nicht mehr unter den Bedingungen hier wohnen können, unter denen sie mal eingezogen waren. (Und ein Umzug dürfte für die meisten keine Option mehr sein.)
    Immerhin handelt es sich ja nicht nur um eine Handvoll zusätzlicher Stellplätze, sondern um einen großflächigen Parkplatz – und somit um eine grundlegende, drastische NUTZUNGSÄNDERUNG des Grundstücks, die genaugenommen auf eine FREMDNUTZUNG hinausläuft.
    Gibt es keine Gesetze, die so etwas verhindern können? – Wenn nicht, dann sollte man sie schleunigst schaffen, um weiteren Eingriffen dieser Art an anderen Orten vorzubeugen!

    Und:
    Wie sieht es denn in der Korfesstraße bzw. auch in anderen Teilen des Östlichen Ringgebiets eigentlich mit TIEFGARAGEN aus?
    Ich kenne mich nicht aus mit den baurechtlichen und -technischen Voraussetzungen dafür, und letztlich ist es ja auch immer eine Kostenfrage. Aber vielleicht gibt es irgendwann ohnehin keine andere Möglichkeit mehr, um in diesem dicht bebauten Stadtteil noch Parkplätze zu schaffen.

    • Hallo,
      ja Tiefgaragen wären echt klasse. Hatten wir mal angefragt und es gab dazu sogar mal einen Artikel in der BZ, wo ein Modell vorgestellt wurde. Problem im Östlichen: zuviele Rohre, Leitungen und alte Kanäle. Da sind teilweise noch die Kanäle aus dem 19. Jahrhundert unter den Straßen.
      Zu den Parkplätzen auf dem Gelände des ehemaligen DRK-Gebäudes der Korfesstraße gibt es eine Anfrage im nächsten Bezirksrat am 1.3. . einfach vorbeikommen, dann erhalten Sie die Antwort von der Verwaltung aus erster Hand. Die Sitzung findet in der Vereinsstätte Freie Turnerschaft, Herzogin-Elisabeth-Str. 78, 38104 Braunschweig um 19.00 Uhr statt.

  4. Ich würde mich sehr über ein Update zu dem Thema freuen – an der Wohnanlage geht es nicht voran, mittlerweile ist man zwei Jahre hinter Plan. Was ist da los? Liegt es am Investor? Und wo kriegt man mehr Informationen zu den geplanten Wohnungen (Ausstattung, Preise etc.)? Danke!

    • Hallo,
      leider habe ich da auch keine weiterführenden Informationen. Bzgl. der Wohnungen müsste man sich bestimmt direkt an den Investor wenden.
      Viele Grüße

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