Die Online-Petition (openpetition.org) gegen die Wiedereinführung der Kita-Gebühren in Braunschweig, hat die Grenze von 2.700 Unterstützern überschritten. Innerhalb von nur 7 Tagen konnten 2.745 Unterzeichner gewonnen werden. Auch wenn nicht sämtliche Unterstützer aus Braunschweig kommen, zeigt dies nochmal deutlich, dass die Kita-Gebühren ein wichtiger Punkt für Familien mit kleinen Kindern darstellt.

Die CDU hatte bereits deutlich gemacht, dass dieser Punkt im Haushalt 2016 keine Verhandlungsposition darstellt. Björn Hinrichs: „Die CDU möchte die Anreize für junge Familien nach Braunschweig zu ziehen oder in Braunschweig zu bleiben weiterhin aufrechterhalten. Freilich fehlen uns noch Bauplätze. Ich rechne in 2016/17 mit einigen hundert davon, so dass eine gewisse Entspannung zu erwarten ist und Familien nicht ins Umland ziehen müssen.“

Wie sich nun durch die Petition  deutlich zeigt, sehen das zahlreiche Braunschweigerinnen und Braunschweiger genau so.

2 KOMMENTARE

  1. Was passiert, wenn weiterhin die Betreuung kostenfrei ist. Das Geld fehlt in der Stadtkasse. Die Stadt Brausnchweig ist z.B. von den Steuereinnahmen von VW angewiesen und wie wir alle wissen, fallen diese für mindestens zwei Jahre sehr gering aus. Da fehlen Millionen! Woher nehmen, wenn nicht stehlen.
    Es muss dann bei vielen anderen sozialen Dingen gespart werden. Das könnte zur Folge haben, dass keine neuen Kindergartenplätze mehr zur Verfügung stehen, da das Personal nicht bezahlt werden kann, es kann im schlimmsten Fall sogar zu Entlassungen führen. Kindergartenplätze werden abgebaut. Vereine für das Wohl bzw. zur Förderung der Kinder bekommen keine finanzielle Unterstüzung mehr. In den Schulen müssen Eltern alles selber bezahlen, …….. Also sollte man im Vorfeld einmal überlegen, wie man sich entscheidet. Ich glaube nicht, dass Eltern mit geringem Einkommen hohe Beiträge zahlen müssen. Bisher wurde doch von vielen Eltern akzeptiert, dass ein Krippenplatz sehr viel Geld kostet.

    • Ich möchte es mal von der anderen Seite beleuchten. Was wäre, wenn die Gebühren wieder eingeführt werden?

      1.) Für viele Teilzeitbeschäftigte, sehr häufig die Mütter, stellt sich dann die Frage, ob sich das Arbeiten bei steigenden Gebühren überhaupt noch lohnt: Arbeitsstress, eine ohnehin geringer Verdienst, die hohen Kosten für die Krippe und das Essensgeld, der täglich Weg zur Kita und zurück .
      Die Alternative ist eine Betreuung zu Hause und der Verzicht auf den Beruf, wodurch auch die Steuereinzahlungen in die Sozialsysteme in Gänze entfallen würden. Unterm Strich die schlechtere Wahl für die Stadt. Der Wiedereinstieg in den Beruf nach langer Pause würde ebenfalls erschwert werden.

      2.) Darüber hinaus wird der Standort Braunschweig dadurch sehr unattraktiv für junge Familien, die in der Regel versuchen sesshaft zu werden. Die Grundstückspreise in Braunschweig sind, verglichen mit den umliegenden Nachbargemeinden, ungemein hoch. Bislang hatten wir für uns gesagt: „Ja, Braunschweig ist teuer, dafür können wir bei zwei Kindern mehr als 15.000€ für den Kindergarten sparen.“ Diese Option fällt nun weg, zumal die umliegenden Gemeinden auch im Vergleich mit den anvisierten Betreuungskosten deutlich günstiger sind. Das wir die nächsten 40 Jahre unsere Steuern dann nicht in die Braunschweiger Kasse zahlen, sollte nicht unerwähnt bleiben.

      3.) Viele haben damals die hohen Krippengebühren akzeptiert unter der Prämisse, dass der Kindergarten anschließend kostenfrei ist. Wer jetzt kurz vor einem Wechsel von Krippe in Kindergarten steht, wird dann doppelt geschröpft. Darauf nimmt die neue Gebührenordnung keinerlei Rücksicht.

      4.) Das Argument mit den Entlassungen ist nicht eindeutig. So kann es genauso gut passieren, dass sich durch die neuen Gebühren Eltern gezwungen sehen sich in privaten Betreuungsgruppen zusammenzufinden, was möglicherweise ebenfalls zu Entlassungen bei den Kita-Angelstellten führen würde.
      Da wir aber ohnehin ein Defizit an Erziehern haben, sind Entlassungen eher abwegig.

      5..n) Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Argumente gegen die Gebühren, die an entsprechenden Stellen nachzulesen sind.

      Kurzum: Ich weiß leider auch nicht was die Lösung für das Problem ist. Aber ich denke nicht, dass ein solch starker Griff in die Familenkassen eine guter Weg für die Zukunft der Stadt Braunschweig ist. Auf mittlere Sicht wird eher das Gegenteil der Fall sein.

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