Wie am 17. Juni in der nb zu lesen war (Seite 1 +16), sind die rund 115 Grundstücke für Einfamilienhäuser im Baugebiet Heinrich der Löwe Kaserne in Rautheim alle vergeben. Lediglich 85 Reihenhäuser des Vertriebspartners MT Massivhaus sind noch erhältlich. Laut Investor gab rund 1.000 Reservierungen. Damit zeigt sich wieder einmal, das die Nachfrage nach Grundstücken in Braunschweig ganz erheblich unterschätzt wird. 

Die CDU Ratsfraktion hat schon vor längerer Zeit bezüglich des Wohnraumversorgungskonzeptes angemahnt, die sogenannte GEWOS-Studie, die der Bemessung der geplanten Bauareale und zu schaffender Anzahl von Wohneinheiten zu Grunde liegt, zu erneuern. Nur so kann eine marktnahe Steuerung der Baulandpolitik in Braunschweig auch die Bedarfe decken.

Projektlaufzeiten von 7 Jahren

Darüber hinaus vergeht eine viel zu lange Zeitspanne, bis Projekte tatsächlich realisiert werden. Bei der Heinrich der Löwe Kaserne sind es ganze 7 Jahre. Kürzlich war das Thema „Supermarkt im Kanzlerfeld“ im Planungsausschuss. Hier wird erst im 2. Quartal 2018 das reguläre Verfahren gestartet, nach dem ein vereinfachtes Verfahren gescheitert war. Bis Mitte 2018 sind es hier 6 Jahre bis zum Start des regulären Verfahrens; wahrscheinlich eher 7 bis es zum Baubeginn kommt. Anders  sieht es mit dem Bauareal zwischen Hamburger Straße und Mittelweg aus, dem ehemaligen BZ-Gelände. Der Umzug des Braunschweiger Zeitungsverlags in die Innenstadt fand 2014 statt. Erst jetzt ist der Bebauungsplan HA 113 in die Gremien gekommen. Rechnet man 1 Jahr für die Bebauung des ersten Bauabschnitts dazu, sind hier 4 Jahre Wartezeit vergangen. In Anbetracht anderer Projektlängen also ein richtiger Turbo.

Selbst wenn man unterstellt, dass nicht immer die Verwaltung Verzögerungen zu verantworten hat, ist die Zeitspanne viel zu hoch, um die vorhandenen Bedarfe zeitnah zu erfüllen. Hier müssen alle viel schneller werden. Auf Neudeutsch: time-to-market muss oberste Priorität bekommen.

Steigende Preise aufhalten

Die steigenden Baulandpreise kann man nur noch stoppen, wenn man von städtischer Seite wirklich große Baugebiet ausweisen würde, mit einer Anzahl von 600 – 800 Bauplätzen. Allerdings muss man deutlich festhalten, dass hierdurch höchstens eine Art „Verlangsamung“ der Erhöhung der Baulandkosten erreicht werden kann. Aufgrund des demographischen Wandels dürfte der Zuzug in attraktive Großstädte wie Braunschweig und Wolfsburg in den nächsten 20 Jahren ungebrochen sein. Abhängig von der Entwicklung der Niedrigzinsphase, könnte das Land durch eine Senkung der Grunderwerbssteuern, die Schaffung von Immobilieneigentum merklich fördern.

Nächstes größeres Baugebiet und diesmal wieder ein städtisches, ist Stöckheim-Süd. Vermarktungsbeginn wahrscheinlich im Herbst 2017.

 

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