«© A.Savin, Wikimedia Commons»

Die SPD hat in ihrem Wahlkampfprogramm das sogenannte Bestellerprinzip für den Immobilienverkauf aufgenommen und kürzlich beschlossen. Auf Seite 43 des Wahlprogramms heißt es:“Zusätzliche Belastungen beim Kauf werden wir reduzieren, indem wir das Prinzip „Wer bestellt, bezahlt“ auch für Maklerkosten beim Kauf von Wohneigentum einführen und weitere Nebenkosten senken.“

Hört sich zunächst richtig an, denn wenn man die Maklerkosten dem Verkäufer anlastet, muss es der Käufer ja nicht zahlen. Stimmt das?

Makler als Mittler

Klar ist, dass ein Makler bisher beide Seiten beim Hauskauf- und verkauf beraten hat, quasi als neutraler Mittler. Mit dem Bestellerprinzip, bekommt der Käufer keine Beratung mehr. Der Verkäufer zahlt den Makler komplett, also muss der Makler den Käufer auch nicht mehr beraten.

Nebenkosten reduzieren

Dabei ist der Vorschlag, die Kaufnebenkosten zu reduzieren, durchaus richtig. Allerdings hätte man dazu auch mal in die Gebührenordnung der Notare schauen können oder auf die Grunderwerbssteuern, die in Niedersachsen immerhin bei 5% liegen. Wahrscheinlich gibt es zu viele Negativfälle in den Metropolen, wo Raffgier-Beispiele im Fernsehen, die Maklerzunft in ein negatives Licht gesetzt haben. Dabei sind gut qualifizierte Makler ihr Geld absolut wert. Allerdings gibt es auch genug Laien, die sich in diesem Feld tummeln und das gesamte Berufsfeld schädigen. Der Gesetzgeber unternimmt hierzu bisher wenig. Es ist fast so wie bei den Heilpraktikern, dass kann auch jeder werden, wenn er eine kurze Fortbildung besucht hat.

Keine Vorteile für Käufer

Hat der Hauskäufer Vorteile vom SPD-Vorschlag? Nein, natürlich nicht. In einem Gebiet, in dem die Nachfrage nach Eigentumsimmobilien sehr hoch ist, wie in Braunschweig oder Wolfsburg, wird der Verkäufer die zu zahlende Provision auf den Kaufpreis draufschlagen. In Gebieten, in denen Immobilien ohnehin schwer verkaufbar sind, hat der Verkäufer ohnehin oft die Maklerkosten selbst getragen. Auch dort ändert sich nichts.

Am Endpreis für den Käufer ändert sich folglich nichts, allerdings muss der Käufer mit höheren Gesamtkosten rechnen, denn durch den höheren Immobilienpreis steigt automatisch die Grunderwerbssteuer. Vielleicht ist das auch das Ziel der SPD: mehr Steuereinnahmen für die Länder?

 

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