Auch schon die Wahlunterlagen für die sogenannte Sozialwahl erhalten? Da kann man als Versicherter angeblich Einfluss auf die Sozialversicherung nehmen. Fragt sich nur wie, denn Kandidaten kann man nicht wählen, nur Listen. Die Kandidaten auf den Listen kennt man nicht. Dafür gibt es lustige Sternchentexte, die einem verraten, dass eine Liste eine Listenverbindung eingegangen ist. Dadurch wird man auch nicht schlauer.

Eigentlich möchte man wissen, welche Menschen hinter den Listen stehen und dann diese Menschen auch wählen. Klar, eine Listenwahl ist einfacher und oft auch ausreichend, aber dann müsste man wenigsten wissen, wofür die einzelnen Listen stehen; welche Ziele sie haben. Doch da fängt es schon an unklar zu werden. Natürlich kann man sich im Internet die Namen anschauen, sogar das Alter steht dabei, einige haben ein Bild oder einen kleinen Satz geschrieben. Die Mehrheit ist übrigens im Alter von über 50 Jahren. Doch was wollen die einzelnen Kandidaten oder Listen nun konkret zukünftig für die Versicherten ändern oder erreichen? Mehrheitlich unklar. 

Nein, bei Sozialwahlen ist vieles im Dunkeln und man hat den Verdacht, das ist Absicht. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen und die Kassen haben das Thema monolitisch besetzt. Da passt nichts mehr dazwischen. Und Leerräume werden von den Vertretern der Sozialversicherungen selbst gefüllt auf Listen-Nr. 12 in Form der „Gewerkschaft der Sozialversicherungen“. Lustig, da hat das Wort „Selbstverwaltung“ eine ganz neue Bedeutung für mich.

Quelle: BZ vom 3.5.2017
Quelle: BZ vom 3.5.2017

Zwar kann man auch selbst eine Liste aufstellen, aber die Hürden dafür sind hoch. Man muss z.B. 100 Unterschriften von Personen der gleichen Krankenversicherung sammeln. Fast unmöglich, da die Kassen die Daten der Versicherten natürlich nicht herausgeben dürfen.

Wie man der Grafik entnehmen kann, werden eine Menge Posten von den gewählten Vertretern vergeben oder selbst eingenommen. Die Alimentierung dieser Positionen ist ebenfalls völlig unklar. Alles intransparent, aber man kann schon davon ausgehen, dass hier keiner mit einer Sportplatzwart-Aufwandentschädigung davon kommt und das unterstützt den Verdacht eines riesigen Klüngelclubs.

Die Sozialwahl gehört reformiert und zwar von Grund auf. 

1 KOMMENTAR

  1. Beim vergeblichen Versuch, Antworten auf meine Fragen zur Sozialwahl zu bekommen, bin ich schließlich auf diesen Artikel gestoßen. Er bestätigt mein Unwohlsein: Ich werde lautstark zur Wahlbeteiligung aufgerufen, aber außer Listennamen und allgemein-nichtssagenden Botschaften erfahre ich nichts: Wen ich konkret wähle, was die Gewählten bisher getan haben oder vorhaben, was Listenverbindungen im (Wahl-)Ergebnis bedeuten usw. Nicht mal auf der offiziellen Website der Sozialwahl.
    Da vergeht einem wirklich die Lust aufs Wählen, wenn man über so wesentliche Dinge im Unklaren gelassen wird. Und vermuten muss, dass das kein Zufall ist …

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