200 Mio. Euro sollen laut Verwaltung in den ÖPNV investiert werden, laut Oberbürgermeister Markurth sind mindestens 50 Mio. Euro aus der Stadtkasse zu leisten. Dazu ergeben sich zahlreiche Fragen, die die CDU-Fraktion gesammelt und vor einer Entscheidung von der Verwaltung beantwortet haben möchte. 

99 Fragen sind zusammengekommen, die sich in unterschiedliche Bereiche gliedern. 

Hier die Fragen in der Übersicht:

 
Fragenkatalog der CDU-Ratsfraktion
zum Stadtbahnauskonzept (DS-Nr. 17-03594)

Stand: 8. Februar 2017

I. Zur Vorlage

Am Tag der Informationsveranstaltung für die Presse und die politischen Mandatsträger in der Stadthalle am 13. Januar dieses Jahres haben die Ratsmitglieder die Vorlage mit der Drucksachen-Nummer 17-03594 zugesandt bekommen, die in der Fassung der 1. Ergänzung – wobei der Beschlussvorschlag unverändert bleibt – im fachlich zuständigen Planungs- und Umweltausschuss, im Verwaltungsausschuss und schließlich im Rat diskutiert und beschlossen werden soll. Eine Beteiligung der Stadtbezirksräte ist nicht vorgesehen. Weitergehende Informationen gibt es auf der eigens eingerichteten Internetseite, das Konzept und die zugrunde gelegte Standardisierte Bewertung wurden den Ratsmitgliedern nicht zur Verfügung gestellt.

1. Warum erfolgt keine Anhörung in den (betroffenen) Bezirksräten?
2. Warum existiert der vorhandene Zeitdruck?
3. Warum wird das Zielkonzept in seiner Gänze nicht zur Verfügung gestellt?
4. Warum ist bisher keine Beteiligung des Aufsichtsrates der Braunschweiger Verkehrs GmbH erfolgt, obwohl das Ausbaukonzept einen großen Einfluss auf das zukünftige Betriebsergebnis der Gesellschaft haben wird?
5. Wie sieht der weitere (zeitliche) Verfahrensablauf aus?
6. Wie werden die Stadtbezirksräte zukünftig eingebunden?

Der Beschlussvorschlag hat ebenfalls für zahlreiche Nachfragen gesorgt. So ist Vielen nicht klar, welche Auswirkungen die einzelnen Punkte haben und wo an manchen Stellen der Unterschied liegt.

7. Ist der Punkt 1 der Vorlage als Grundsatzbeschluss zu verstehen, also lediglich der Auftrag an die Verwaltung, die weiteren Planungen vorzunehmen?
8. Falls ja, warum wird das nicht in dieser Deutlichkeit formuliert?
9. Worin unterscheiden sich der Punkt 1 und der erste Satz von Punkt 5 des Beschlussvorschlages?

Mit Datum vom 30. Januar hat die Verwaltung die 1. Ergänzung zur Vorlage verschickt und ist dabei auf wiederkehrende Fragestellungen eingegangen. U.a. heißt es dort bei den Grundlagen zur Standardisierten Bewertung: „Das BMVI reformiert das Verfahren aktuell mit wahrscheinlicher Bindungswirkung ab Mitte 2017. Die finale Berechnung für das Stadtbahnerweiterungsprojekt Braunschweig wird aller Voraussicht nach über das aktualisierte Verfahren erfolgen müssen, was unserer Kenntnis nach leichte Änderungen bedeutet.“

10. Warum erfolgt die Standardisierte Bewertung nicht bereits jetzt nach den Grundsätzen des aktualisierten Verfahrens?
11. Sollte dieses Vorgehen nicht möglich sein, warum wird diese Verfahrensänderung nicht abgewartet, um dann das finale Berechnungsergebnis als Beschlussgrundlage zu nutzen?
12. Was ist unter den in der Vorlage genannten „leichten Änderungen“ zu verstehen?

II. Zur Finanzierung

Für das Konzept zum Stadtbahnausbau wird von einer Investitionssumme von ca. 200 Millionen Euro gesprochen, die zu großen Teilen durch Fördermittel des Landes und des Bundes erreicht werden sollen. Obwohl Förderquoten von bis zu 75 % erreicht werden könnten, werden hohe Millionenbeträge bei der Stadt Braunschweig verbleiben.

13. Wie hoch ist die vermutete Gesamtkonzerninvestition, also inklusive aller Investitionen – auch die der Konzerngesellschaften?
14. Ist es richtig, dass der sogenannte „Ohnefall“ laut Gutachter sowieso als Investitionsblock anfallen würde?
15. Falls ja, wie hoch wären diese Investitionen?
16. Müssen diese nicht zum Anteil der Stadt hinzugezählt werden?
17. Wie wird sich der Zuschussbedarf der Braunschweiger Verkehrs GmbH bis zum Jahr 2030, ausgehend von 2016, entwickeln?
18. Wann ist beabsichtigt, den erhöhten Zuschussbedarf für die Braunschweiger Verkehrs GmbH bei Annahme des „Mitfalls“ zu errechnen und den Gremien vorzulegen?
19. Wie soll der Anteil der Stadt am Ausbaukonzept finanziert werden?
20. Sind in den angegebenen 200 Millionen Euro Investitionssumme bereits die folgenden Punkte berücksichtigt: Umgestaltung bzw. Neuanlage von Grünflächen, Umbau von Nebenanlagen, Errichtung und Umbau bzw. Rückbau von Haltestellen, Ampelumbauten etc. pp.?
21. Falls nein, welche weiteren Investitionen sind noch zu tätigen?
22. Sind diese Investitionen förderfähig, oder verbleibt deren Finanzierung ausschließlich bei der Stadt Braunschweig?
23. Welche Kosten wurden für einen Kilometer Gleis angenommen und sind dabei bereits Spezialbettungen, z.B. gegen Vibrationen, eingerechnet?
24. Gleise und Brücken werden über einen sehr langen Zeitraum abgeschrieben. Welche laufenden Kosten für Instandhaltung und Sanierung sind in dieser Zeit jährlich zu berücksichtigen?
25. Im Jahr 2007 wurde ein Kilometer Straßenbahnausbau in Frankfurt mit 15 Millionen Euro und in Hamburg im Jahr 2010 mit 18 Millionen Euro bewertet. Wieso kommt das vorliegende Konzept auf Kosten in Höhe von rund 11 Millionen Euro je Kilometer Ausbaunetz?
26. Im Konzept ist die Rede davon, die Kosten (Investitions- und Planungskosten) für den ergänzenden Straßenbau dem Rat zu gegebener Zeit vorzulegen. Welche Zieltermine sieht die Verwaltung hier vor?

III. Zur Bürgerbeteiligung

Unter Punkt 3 des Beschlussvorschlages heißt es, dass die Öffentlichkeit bei allen Planungen intensiv zu beteiligen sei. Ein wenig widerspricht das derzeitige Verwaltungshandeln diesem Ansatz bereits, da die (betroffenen) Bezirksräte bisher nicht angehört wurden und viele Bürger sich hilfesuchend an die Ratsfraktionen gewandt haben, da sie von der Verwaltung keine angemessenen Antworten auf ihre Fragen erhalten haben.
Wir halten nach wie vor eine Bürgerbefragung nach § 35 NKomVG für die beste Möglichkeit, um – nach einem konsequenten Beteiligungsprozess – über das Ausbaukonzept abzustimmen.

27. Wie soll die Öffentlichkeit zukünftig intensiv beteiligt werden?
28. Wie und wann werden betroffene Anlieger an den Ausbaulinien (sowohl private als auch gewerbliche) über die konkreten Planungsschritte informiert und beteiligt?
29. Wie wird sichergestellt, dass Anmerkungen, Sorgen und Befürchtungen angemessen in die Planungen einfließen?
30. Ist eine Bürgerbefragung nach § 35 NKomVG seitens der Verwaltung vorgesehen?
31. Wann wäre nach Ansicht der Verwaltung der richtige Zeitpunkt für eine Bürgerbefragung nach § 35 NKomVG?

IIII. Zur Standardisierten Bewertung

In der Vorlage sowie deren Anlagen werden jeweils nur die Ergebnisse der Standardisierten Bewertung veröffentlicht. Die Grundlagen für die Berechnungen erfährt man teilweise auf der extra geschalteten Internetseite, eine vollständige Veröffentlichung der Datenbasis erfolgt jedoch nicht. Das lässt nur schwer einschätzen, inwieweit die Zahlen nachvollziehbar ermittelt wurden.
Beispielsweise wird von einem Bevölkerungsanstieg bis 2030 auf dann rund 270.000 Einwohner ausgegangen, obwohl die Verwaltung selbst noch vor kurzem (Bevölkerungsvorausschätzung 2012 bis 2030 aus der Reihe „Stadtforschung aktuell“, Juni 2013) etwa 255.000 Einwohner prognostiziert hat.

32. Wie genau berechnet sich das Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,3?
33. Welche konkreten Zahlen und Entwicklungen hinsichtlich der Einwohnerzahlen, Pendler, Veränderungen der in den Haushalten lebenden Personen, Neubaugebiete, Verdichtungen, Unternehmensansiedlungen, Unternehmenserweiterungen wurden dem Gutachten zugrunde gelegt?
34. Welche Entwicklung nimmt Braunschweig dabei im Vergleich zu anderen vergleichbaren Kommunen?
35. Aus welchem Grund wurde der Betrachtungszeitraum der Hochrechnung auf das Jahr 2030 gelegt?
36. Welchen Wert würde die Standardisierte Bewertung ergeben, wenn man eine Einwohnerzahl von 255.000 Menschen im Jahre 2030 zugrunde legen würde?
37. Inwiefern würde sich die Bewertung verändern, wenn nur die durchschnittlichen Wachstumsraten deutscher Großstädte angenommen würden?
38. Welche Neubaugebiete oder Verdichtungsareale sieht die Verwaltung vor, um den starken Einwohnerzuwachs mit seinem benötigten Wohnraum zu ermöglichen?
39. Wo sieht die Verwaltung die entsprechenden Arbeitgeber, die einen Anstieg der Einwohnerzahlen begründen?
40. Auf welcher Grundlage fußt die Prognose für das starke Wachstum?

V. Zu den einzelnen Strecken

Im Ausbaukonzept sind insgesamt sechs Strecken beschrieben, die in den nächsten Jahren gebaut werden sollen. Einige Fragen betreffen alle Strecken gleichermaßen, viele sind aber individuell und einem einzelnen Plan zuzuordnen.

41. Welche Streckenabschnitte sind mit Rasengleisen geplant?
42. Mit welchen Mehrkosten ist im Vergleich zu Schottergleisen zu rechnen?
43. Lassen sich die Gleiskorridore in einigen Jahren so planen, dass alternative Fahrzeuge (z.B. selbstfahrende Busse) ebenfalls auf eigenen Trassen als Alternative zum Schienenverkehr denkbar sind?
44. Auf welchen Strecken und Richtungen sieht das Konzept einen besonderen Bahnkörper vor?
45. Welche Auswirkungen hat das Konzept auf den PKW-Verkehr?
46. Wird dieser durch die Trassen eingeschränkt?
47. Welche Lärmbelastung kommt auf die Anwohner in eng bebauten Bereichen zu, wenn dort die Stadtbahn langfahren soll?
48. In welcher Zeit lässt sich ein Streckenabschnitt baulich darstellen und wie viele Jahre wird der Individualverkehr umgeleitet werden müssen?
49. Kann man davon ausgehen, dass Braunschweig über viele Jahre hinweg zur „Dauerbaustelle“ wird mit ähnlichen Auswirkungen auf den PKW-Verkehr, die wir derzeit durch die aktuellen Baumaßnahmen haben?
50. Sollen die Gleise im Schotterbett oder begrünt ausgeführt werden?
51. Auf welchen Faktoren beruhend, neben dem Zustand der baulichen Infrastruktur, wurde die Priorisierung der Ausbaustufen vorgenommen?
52. Im Konzept wird von bis zu 20 eingesparten Bussen gesprochen. Inwiefern wird abgesichert, dass die Busanschlusslinien an den neuen Endpunkten keine Reduktion der Taktung oder gar Streichung unterliegen?

In der Vorlage wird mehrfach der Nahverkehrsplan des Zweckverbandes Großraum Braunschweig angesprochen, bei den derzeit geplanten Linien werden jedoch lediglich Braunschweiger Binnenverkehre beschrieben. Die Einpendler werden derzeit nicht umfassend betrachtet.

53. An welcher Stelle wird auf den sehr hohen Pendlerverkehr aus dem Umland eingegangen?
54. Welche ernsthaften Versuche werden unternommen, Pendler an der Stadtgrenze zum Umstieg in die Stadtbahn zu motivieren?
55. Wo gibt es in den Braunschweiger Randbereichen Pendlerparkplätze?
56. Welche Platzkapazitäten weisen diese auf?
57. Wie sind die Pendlerparkplätze im Normalfall ausgelastet?
58. Wieviel Pendler nutzen diese Plätze?
59. Wo kommen die Pendler her?

V.I. Volkmarode-Nord

60. Wie bei jeder Baumaßnahme, werden auch durch den Stadtbahnausbau Gewerbetreibende zum Beispiel entlang der Ausbaulinie in Volkmarode negative Geschäftsentwicklungen während der Bauzeit erdulden müssen. Welche Unterstützungsmaßnahmen bietet die Verwaltung den Betroffenen an?
61. Insbesondere auf der Ausbaulinie nach Volkmarode wird durch Gewerbetreibende die Befürchtung geäußert, dass Parkraum, der derzeit für das funktionierende Geschäftsmodell mitverantwortlich ist, entfallen könnte. Wie sehen die konkreten Planungen aus?
62. Inwiefern wird begründet, dass auf der Volkmarode-Strecke trotz eines prognostizierten Anstieges der Fahrgastzahlen eine Reduktion (um 33%) der Taktung erfolgt?
63. Wenn laut Vorlage der Baubeginn für die Erweiterung nach Volkmarode-Nord im Jahr 2021 beginnen soll, dies aber nur ein kleinerer Abschnitt ist, ergibt sich die Frage, wann mit der Fertigstellung gerechnet wird?

V.II. Rautheim

64. Wenn laut Vorlage der Baubeginn für die Erweiterung nach Rautheim im Jahr 2021 beginnen soll, dies aber nur ein kleinerer Abschnitt ist, ergibt sich die Frage, wann mit der Fertigstellung gerechnet wird?

V.III. Salzdahlumer Straße/ Heidberg

65. Die Kreuzung von der Salzdahlumer Straße auf die Hallestraße weist einen Winkel von weniger als 90 Grad auf. Wie soll diese realisiert werden?
66. Die Kreuzung von der Hallestraße auf den Sachsendamm ist gleichzeitig die Ausfahrt der Feuerwache Süd. Wie soll diese realisiert werden?

V.IV. Campusbahn

67. Inwiefern ist eine Kanalisierung des Fahrgastaufkommens durch die bestehenden Stadtbahnlinien Siegfriedstraße und Volkmarode im prognostizierten Fahrgastaufkommen enthalten?
68. Da die erreichten Stadtbereiche nur vergleichsweise schwach oder wenig verdichtet sind, inwiefern wurde eine Verbindung Siegfriedviertel bis nach Querum Ost und/oder eine Abzweigstrecke ab Querumer Straße in Richtung Querum geprüft?
69. Warum wird nicht die folgende Variante geprüft bzw. weiterverfolgt: Verlängerung der Stadtbahnlinie Siegfriedstraße Richtung Pepperstieg über die Ottenroder Straße mit Wendeschleife vor dem Bahndamm nach Querum?
70. Wie stellt sich die Verwaltung die Überquerung zweier Bahnlinien sowie die Überquerung der Mittelriede (renaturiert) und der Wabe-Niederung vor?
71. Bestehen Erkenntnisse über die zu erwartenden Fahrgastzahlen aus dem Bereich Fischerkampsiedlung/Querum?
72. Soll die Bahnlinie vom zunächst geplanten Endpunkt Schuntertal später nach Dibbesdorf weitergeführt werden?

V.V. westliche Innenstadtstrecke

73. Bypass Schloss – Hagenmarkt: Ist für die Abzweigstellen ein betrieblich flexibler Knoten vorgesehen, d.h. dass Trambahnen in alle Richtungen abbiegen können?
74. Von welchen Nachfragesteigerungen wird hier ausgegangen (vgl. Auslastung ehemalige Linie 416)?
75. Warum wird die westliche Entlastungsstrecke nicht mit höherer Priorität gewichtet, bevor weitere, neue Linienfahrten auf der Stammstrecke zu einer Erhöhung der Engpässe im Innenstadtbereich führen?
76. Ist eine Umsteigeanlage (Europaplatz/ Radeklint) vorgesehen, die kurze, schnelle und barrierefreie Umsteigewege zwischen den Tram- sowie Buslinien ermöglicht (Umsteigen am gleichen Bahn-/Bussteig bzw. gegenüber ohne eine Fahrspur queren zu müssen)?

V.VI. Lehndorf Kanzlerfeld

77. Welche Routen zum Rudolfplatz sind möglich und über welche Grundstücke verfügt die Stadt hier bereits?
78. Es wird lapidar geschrieben, dass die Streckenführung zum Rudolfplatz noch offen ist. Dabei liegt gerade hier eine ziemlich komplizierte Fragestellung, denn wir befinden uns innerhalb des Rings in einem dicht bebauten Gebiet. Sollen gegebenenfalls die Petri- und die Rudolfstraße für den PKW-Verkehr gesperrt werden?
79. Müssen Parkplätze im Bereich der Saarstraße entfallen?
80. Eine Förderung des Bundes ist nur für Straßenbahnen im eigenen Bett mit 50 % vorgesehen, dazu 15 % vom Land und 35 % durch die Stadt. In Lehndorf gibt es wegen der Allee und des Straßenzuschnitts für einen größeren Abschnitt kein eigenes Bett, welches lediglich eine Landesförderung in Höhe von 50 % möglich macht. Warum erreicht die Strecke hier dennoch bei den Berechnungen einen guten Kosten-Nutzen Faktor?
81. Stadtbaurat Leuer wird in der Braunschweiger Zeitung dahingehend zitiert, es bestehe ein rascher Sanierungsbedarf der Kanalisierung der Saarstraße. Das Konzept sieht den Ausbau der Straßenbahn erst im fernen 3. Zeitkorridor. Wie viele Kosten kommen anteilig auf die Anwohner zu, wenn die Straße umgebaut wird?
82. Nach Veröffentlichungen in der Braunschweiger Zeitung wird die Linie 411 aus Lamme nach Bau der Straßenbahn eingestellt. Wie kommen dann die Bewohner aus Tiergarten zur Haltestelle der Straßenbahn an der Bundesallee?
83. Wird die Straßenbahn nicht nur dann angenommen, wenn Sie eine Zeitersparnis mit sich bringt, so aber lange Fußwege mit zu berechnen sind?
84. Kann die 418 mit der Schleuse das sehr hohe Fahrgastaufkommen aus der Linie 411 aus Lamme aufnehmen?
85. Können doppelgliedrige Busse überhaupt die Schleuse am Raffteichbad durchfahren?
86. Erschließen sich nicht aus Lamme höhere Fahrgastströme für die Straßenbahn als aus dem Kanzlerfeld?

VI. Zu sonstigen Fragestellungen

87. Gibt es andere Städte in Deutschland, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen?
88. Welche Lösungen werden dort angedacht?
89. Welche Möglichkeiten bestehen, bei alternativen Technologien der Zukunft die Beschlüsse den aktuellen Gegebenheiten anzupassen und z.B. auf die Straßenbahn zu verzichten und autonom fahrende Busse einzusetzen?
90. Lamme ist aufgrund der guten Verbindung mit der 418 nicht berücksichtigt, obwohl er einer der am stärksten wachsenden Stadtteile ist. Ist dies nicht auch ein Argument dafür, in anderen Bereichen die Anbindung an den ÖPNV analog Lamme mit Bussen zu realisieren?
91. Wie stellt sich die Straßenbahn im Vergleich zu innovativen Bussen (z.B. Hybrid Doppelgelenkbus, Bus-Zug, Emil oder ElectriCity Bus) dar?
92. Wie stellt sich die Gesamtökobilanz einer Straßenbahn im Vergleich zu einem Elektro-Hybridbus dar?
93. Inwiefern stellt ein eigener Gleiskörper lärmtechnisch Vorteile gegenüber einer straßengebundenen Streckenführung dar?
94. Die Begründung der Umstellung auf einen 15-Minutentakt im Sinne der Harmonisierung auf den Basisstundentakt (60 Minuten/30/15/7,5) erfolgt im Konzept pauschal für sämtliche Linien. Welche konkreten Rechnungen und Daten wurden hierfür zugrunde gelegt?
95. Inwiefern wird bei einer parallelen Bewirtschaftung einer Strecke durch zwei Linien sichergestellt, dass die Versatze in den Fahrzeiten aus Kundensicht optimiert sind?
96. Inwiefern wird eine umsteigezeitfreie Anbindung an den Hauptbahnhof aus möglichst allen Stadtbahnbereichen sichergestellt?
97. Welchen Einfluss wird der Ausbau der E-Mobilität auf das Stadtbahnlinienausbaukonzept haben?
98. Welchen Einfluss werden im Aufbau und in der Erprobung befindliche andere moderne Verkehrssysteme haben?
99. Wie sieht die genaue Zeitschiene im Planungsentwurf für die einzelnen Bauabschnitte aus?

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Herr Hinrichs,
    spannende 99 Fragen. Am spannendsten finde ich das Thema rund um Lamme, denn hier – leider kann ich mit bestem Willen keine andere Umschreibung finden –  wird der Anwohner regelrecht verkackeiert (nett ausgedrückt).
    Vergessen dürfen wir nämlich nicht: Die 418 fährt nur eingeschränkt, es gab Bürgerproteste entlang des Madamenweges u.a. wegen Krötenwanderung und Lärm. Die 418 stellt also aktuell ihren Betrieb um ca. 18 Uhr ein und bedient auch z.B. Lamme-Ost nicht. Schon jetzt wurde die Anbindung für diesen Ortsteil verschlechtert. Außerdem muss man als Lammer nun aufpassen in welchen Bus (z.B. Rathaus gen Westen) man steigt (obwohl 411 drauf steht), denn ggf. fährt die 411 nur bis Kanzlerfeld. Seit dem fahre ich wieder verstärkt Auto… Schade.
    Trotzdem, so war zu lesen, wird für die Bewertungszahl für die Tram nach Lamme als Referenzstrecke 418 genommen, die zwar kürzer und schneller ist, aber sicherlich nicht die wirklich zu ersetzende Linie ist. Hier wird also bewußt in die Irre geführt, weil, so meine ganz persönliche Vermutung, bestimmte Einwohnerkreise einfach keine Tram wollen und genug Einfluß zu haben scheinen. Diese BI-Aktivisten, die als Argument vorbringen Kinder würden vor die viel zu leisen Trams laufen (ich mag soviel Irrsinn gar nicht glauben) fordern den noch leiseren E-Bus (muss ich das verstehen???) und auch in Rautheim formieren sich nun Gegner mit diesem aberwitzigen Argument.
    Lamme hat schon jetzt mehr Einwohner als das Kanzlerfeld und soll potentiell noch wachsen. Auch das muss zwingend in eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit einfließen.
    Dass all das nicht passiert ist, ist für mich äußerst bedenklich und stimmt mich traurig. Ich persönlich fühle mich verraten und getäuscht (die angekündigte Bahn war mit eine Entscheidung pro Lamme bei der Grundstückssuche). Schon jetzt ist die verkehrliche Situation in Richtung Lehndorf untragbar, aber nicht nur Lammer sondern auch der wachsende Kreis Peine (Gemeinde Vechelde) sorgt für einen nicht abreißen wollenden Verkehrsstrom am Morgen. Nur leider denkt die Politik immer noch nicht über die eigenen Grenzen hinweg. Wo ist das regionale Denken, was Dr. Hofmann so sehr gefordert hat?!
    Ich würde mich freuen, Herr Hinrichs, wenn Sie die genauen Hintergründe der schlechten (unglaubwürdigen) Bewertungszahl von Lamme erklären bzw. hinterfragen könnten, auch wissend, dass sich daran nun nichts mehr ändern wird.

    Viele Grüße,

    Axel Velarde

      • Ja, aber die Antwort befriedigt nicht wirklich, ganz im Gegenteil.
        Schon jetzt ist das Busangebot für alle Lammer im östlichen Neubaugebiet ausgedünnt worden (411), mit den Planungen werden wir dann komplett benachteiligt. Wo ist der Mehrwert für mich, wenn ich entweder nach einer Station am Kreisel umsteigen muss oder bis Kanzlerfeld fahren soll, um dann in die Bahn umzusteigen?
        Die 418 als Verbesserung zu benennen ist Witz und Frechheit zugleich, denn Krötenwanderung und Anwohnerproteste lassen die Linie zu selten fahren. Jetzt schon von einem Ausbau der Linie zu reden wird entweder die Anreiner am Madamenweg erzürnen oder scheitern und damit die abgehängten Lammer verärgern.
        Ich bleibe dabei: Der Einfluss einiger weniger Tram-Gegner in Lamme ist so groß, dass man die Rechnung so hingebogen hat, dass es als nicht wirtschaftlich erscheint, anders kann ich mir das nicht erklären.
        Fazit: Ich bin sehr enttäuscht. Schon jetzt ist die Attraktivität des Nahverkehrs gesunken (in Lamme-Ost), somit greife ich wider meiner eigentlichen Einstellung öfter auf das Auto zurück. Da sich für Lamme also keine signifikante Verbesserung abzeichnet, werden weiterhin viele Auto-Verkehre durch Lehndorf rollen (sehr langsam).
        Ganzheitliche, nachhaltige Lösungen sehen anders aus.
        Und noch eine Anmerkung: Twin-Lines hatten wir schon einmal und die sind gescheitert. Warum man nun wieder anfängt Verwirrung zu stifften, will mir ebenfalls nicht in den Kopf.

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