Die so eben erschienene GEWOS – Studie mit dem Titel „Vertiefungsanalyse preisgünstiger Wohnraum Braunschweig – Kurzfassung Hamburg Oktober 2013“ attestiert Braunschweig einen grossen Anteil preisgünstigen Wohnraums. Die Mieten in Braunschweig sind in den innerstädtischen Bereichen am höchsten und insbesondere im westlichen Ringgebiet sowie Weststadt am niedrigsten. Die Erkenntnis hätte jetzt noch niemanden umgehauen. Interessant ist, dass es genügend günstigen Wohnraum in Braunschweig gibt.

Die wichtigsten Fakten aus der Studie:
Die Auswertung der Datenabfrage bei der Wohnungswirtschaft ergab, dass 89 % der Wohnungen in Braunschweig preisgünstig sind bzw. ein Mietniveau aufweisen, das unterhalb der Wohngeldmiete in den einzelnen Wohnungsgrößenklassen liegt. Hochgerechnet auf den gesamten Mietwohnungsbestand bedeutet dies, dass etwa 83.700 Wohnungen in Braunschweig preisgünstig sind. (vgl. Studie Seite 4).

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Wie Tabelle 2 zeigt, ist die Bilanz bei den Haushalten mit zwei oder mehr Mitgliedern positiv und die Bilanz bei den Einpersonenhaushalten ist negativ. Den 1.900 Nachfragern nach kleinen Wohnungen stehen lediglich 1.700 Wohnungsangebote gegenüber. Bei größeren Wohnungen ist eine positive Bilanz festzustellen. Aller- dings kann nicht ausgeschlossen werden, dass es auch in diesem Segment Haushalte mit Marktzugangsproblemen gibt. Zu beachten ist, dass viele preisgünstige Wohnungen von Personen bezogen werden, die nicht unter die angeführten Einkommensgrenzen fallen und damit nicht von den Einkommensschwächeren bezogen werden können. (vgl. Studie S.5)

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  • Insgesamt gibt es Braunschweig sowohl bezogen auf den Wohnungsbestand als auch bezogen auf die Wohnungsangebote einen großen Anteil an preisgünstigen Wohnungen.


  • Die Auswertung der Wohnungsangebote zeigt, dass insbesondere in den zentrumsnahen Bereichen vergleichsweise hohe Mietpreise gefordert werden.
  • Die Gegenüberstellung von Angebot und Nachfrage zeigt, dass es prinzipiell ausreichend preisgünstige Wohnungen gibt. Angebotsengpässe deuteten sich insbesondere bei kleinen Wohnungen an.
  • Braunschweig wächst, dementsprechend wird die Nachfrage nach Wohnraum in Braunschweig auch zukünftig hoch bleiben. In dieser Woh- nungsmarktsituation ergeben sich Mieterhöhungsspielräume, die bisher allerdings kaum oder nur in einzelnen Teilräumen ausgenutzt wurden.
  • Zentrale Herausforderungen ist es, den preisgünstigen Wohnungsbe- stand langfristig zu sichern und die wachsende Nachfrage durch einen adäquaten Wohnungsneubau zu befriedigen.
  • Um den Bestand an preisgünstigem Wohnraum zu halten bzw. ggf. auszuweiten, bestehen grundsätzlich zwei Optionen: Zum einen kann durch gezielte Förderprogramme oder Preisnachlässe bei der Vergabe städtischer Grundstücke der Neubau von preisgünstigen Wohnungen unterstützt werden. Zum anderen können im Bestand preisgünstige Wohnungen erhalten bzw. neu geschaffen werden.
  • Da der Wohnungsbestand in Braunschweig prinzipiell ausreichend preisgünstigen Wohnraum vorhält, sollte versucht werden diesen langfristig zu sichern. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Modell des Bindungstauschs (mittelbare Belegung) an Attraktivität. Bei diesem Modell erhält der Investor öffentliche Wohnungsbaufördermittel, die Mietpreis- und Belegungsbindungen werden aber nicht für die neuen Wohnungen, sondern für ungebundene, im Bestand des Investors vorhandene Mietwohnungen vereinbart. Da die Miete für eine Bestandswohnung deutlich niedriger ist
  • als die Miete für eine Neubauwohnung, ist auch der städtische Förder- /Subventionsbedarf entsprechend geringer bzw. mit gleichem Mitteleinsatz kann ein größere Zahl an Bindungen erzielt werden.
  • Um den gebundenen Bestand langfristig stabil zu halten, sollte die Stadt Braunschweig Kooperationsverträge mit der Wohnungswirtschaft abschließen, die nicht objektscharf sind, sondern Kontingente für bestimmte Wohnungsgrößen beinhalten, so dass räumliche Segregationsprozesse abgeschwächt werden können.
    (vgl. Studie Seite 6 u.7)

Hier können Sie sich die Studie im Original herunterladen: GEWOS Wohnungsmarktprognose ohne Flächenbewertung – Endbericht 01 07 2013.

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